Josef Paul Demmler – Gedenken 2013

Erschienen am 5. Mai 2013 in Bericht

Tim

Tim ist Sprecher der AG Netzstecker und steckt deshalb auch einen Haufen Beiträge ins Netz.

 

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Der Todestag des Gründers unseres DPSG-Diözesanverbandes jährte sich am 5. Mai zum 23. Mal. Im letzten Jahr schon hatte der Vorstand der Freunde und Förderer – im Anschluss an das 60 jährige Verbandsjubiläum 2011 – beschlossen, das Gedächtnis an den Gründer künftig stärker wach zu halten. Am Grab in Eichendorf trafen sich Vroni Koschyk und Matthias Schickinger zusammen mit dem Vorstand der FuF und einigen ehemaligen Mitgliedern früherer Diözesanleitungen.

Der frühere Diözesankurat und jetzige Pfarrer von Eichendorf, Adi Ortmeier, der diesmal an einer Teilnahme verhindert war, überließ den Anwesenden seine Ansprache, für die er Daten zum Lebensweg von Josef Paul Demmler zusammengestellt hatte und die Stationen seines Engagements würdigt, vorgetragen nun von Thomas Silbernagl:

Liebe Brüder und Schwestern, von Frau Hildegard Hartl, der ehemaligen Pfarrsekretärin von Pfarrer Demmler habe ich dankenswerter Weise einige Berichte aus Pfarrbriefen von Jubiläen erhalten, die über das Leben von Pfarrer Demmler berichten. …

Pfarrer Josef Demmler erblickte am 13.01.1913 in Weinberg (jetzt Gemeinde Aurach, Lkr. Ansbach, K.F.) im Regierungsbezirk Mittelfranken das Licht der Welt. Als er etwa vier Jahre alt war, zog seine Familie nach Passau um. Er besuchte dort das (Humanistische) Gymnasium und die Hochschule. Am 18. April 1938 wurde er im Dom zu Passau durch Bischof Simon Konrad Landersdorfer zum Priester geweiht, zusammen mit 19 Mitbrüdern. Er begann seinen priesterlichen Dienst als Kooperator in Hohenau. Im Juli 1940 riss ihn der Militärdienst aus seinem Wirkungsbereich heraus. Im Krieg war er als Sanitäter tätig. Im September 1944 geriet Pfarrer Demmler in französische Kriegsgefangenschaft. Neben seiner Tätigkeit als Sanitäter war er nun auch Gefangenenseelsorger. Erst Mitte Oktober 1948 wurde er aus der Gefangenschaft entlassen und konnte wieder in das Bistum Passau zurückkehren. Nun wurde er der Pfarrei Tittling als Kaplan zugewiesen. Bereits 1951 gründete Pfarrer Josef Demmler die St. Georgspfadfinder in Tittling. Es wurde der erste anerkannte Pfadfinderstamm in der Diözese Passau. 1958 erreichte den Kaplan Josef Demmler der Auftrag des Generalvikars, als Pfarrer nach Eichendorf zu gehen. In seiner Zeit als Pfarrer in Eichendorf und später als Pfarrer des Pfarrverbandes Eichendorf hat er vorbildliche Arbeit geleistet. Seine Hauptsorge galt der Erneuerung und Vertiefung des religiösen und liturgischen Lebens, der würdigen Gestaltung des Gottesdienstes und vor allem der Jugendseelsorge. Er war dabei mehrere Jahre Landesfeldmeister (seit 1968 „Diöseanvorsitzender“, K.F.) und lange Jahre Landeskurat („Diözesankurat“). Auch in Eichendorf gab es zu dieser Zeit einen Pfadfinderstamm. Im Urlaub widmete sich Pfarrer Demmler von 1958 bis 1973 der Campingseelsorge in Italien. Er hat keinen Unterschied gemacht zwischen arm und reich; keiner hatte des Standes oder des Geldes wegen bei ihm Vor- oder Nachteile. Im Jahre 1988 ging er in den wohlverdienten Ruhestand. Bereits zwei Jahre später verstarb Pfarrer Demmler, am 5. Mai 1990.

Leider habe ich Pfarrer Demmler nicht persönlich kennen gelernt. Ich wohne seit September 2006 nun im Eichendorfer Pfarrhaus, das unter seiner Pfarrzeit im Jahre 1983 erbaut wurde. Immer wieder werde ich daran erinnert, dass Pfarrer Demmler ein großer, stattlicher Mann war. Die Garderobenhaken sind so hoch angebracht, dass manche Besucher sie nicht erreichen können. Oder im Stromkasten las ich vor einiger Zeit die Notiz: Wohnung Monsignore.

Solche Begebenheiten erinnern mich an meinen Vor-, Vor-, Vorgänger im Amt des Pfarrers von Eichendorf. Pfarrer Demmler ist in Eichendorf noch sehr gut in Erinnerung. So hat mir unser Bürgermeister Max. Schadenfroh schon häufig von seiner Pfadfinderzeit vorgeschwärmt. Und viele Frauen um die 50 Jahre erzählen mir voll Stolz, dass sie durch Pfarrer Demmlers Wirken die ersten Ministrantinnen der Diözese Passau waren, noch lange bevor es offiziell erlaubt wurde.

Lasst uns in dankbarer Erinnerung für ihn beten.

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